In Zeiten der Digitalisierung wird die Vertrauensarbeitszeit immer beliebter. Bei diesem Arbeitszeitmodell steht nicht mehr die reine Anwesenheitszeit im Vordergrund, sondern viel mehr das Arbeitsergebnis. Arbeitnehmer können ihre Arbeitszeit freier gestalten und sind dadurch flexibler. Was sich genau hinter diesem Begriff verbirgt, welche Vor- und Nachteile die Vertrauensarbeitszeit mit sich bringt und was Arbeitnehmer beachten sollten, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Das Wichtigste in Kürze

Vertrauensarbeitszeit ermöglicht es Mitarbeitern, ihre Arbeitszeit flexibel zu gestalten, wobei der Schwerpunkt auf der Arbeitsleistung und nicht auf der Anwesenheit liegt. Obwohl dieses Arbeitszeitmodell mehr Freiheiten bietet, müssen die gesetzlichen Arbeitszeitvorschriften beachtet werden.

Definition: Was ist Vertrauensarbeitszeit?

Vertrauensarbeitszeit ist ein Arbeitszeitmodell, bei dem die Mitarbeiter weitgehend selbständig über ihre Arbeitszeit und -organisation entscheiden können.

Es wird auf die Erfassung der genauen Arbeitszeit verzichtet, wodurch der Fokus mehr auf der erbrachten Arbeitsleistung und weniger auf der Präsenzzeit der Arbeitnehmer liegt. Der Arbeitgeber vertraut darauf, dass die Mitarbeiter ihre Arbeit eigenverantwortlich und effektiv erledigen.

Dieses Modell erfordert ein hohes Maß an Disziplin und Selbstmanagement von den Angestellten und erlaubt ihnen im Gegenzug eine größere Flexibilität in Bezug auf die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

So funktioniert Vertrauensarbeitszeit in der Praxis

Vertrauensarbeitszeit basiert auf dem Prinzip der Eigenverantwortung und des Vertrauens zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer ist verpflichtet, die vereinbarten Arbeitsaufgaben sorgfältig und innerhalb des vorgegebenen Zeitraums zu erledigen. Eine Kontrolle der einzelnen Arbeitszeiten seitens des Arbeitgebers erfolgt jedoch nicht.

Die gesetzlichen Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes sind jedoch auch bei Vertrauensarbeitszeit zu beachten. So hat der Arbeitnehmer die Pflicht, vorgeschriebene Ruhezeiten, Höchstarbeitszeiten und Ruhepausen einzuhalten. In letzter Konsequenz ist jedoch der Arbeitgeber dafür verantwortlich, die Einhaltung der rechtlichen Vorschriften zu gewährleisten. Bei einem Verstoß ist er weiterhin haftbar.

Im Wesentlichen besteht das Arbeitszeitmodell der Vertrauensarbeitszeit aus den folgenden Punkten:

1. Vereinbarung der Arbeitsleistung

Bei der Vertrauensarbeitszeit wird weniger Wert auf die genaue Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden gelegt, sondern vielmehr auf die Qualität und Vollständigkeit der erbrachten Arbeit. Die genauen Aufgaben und Ziele werden sollten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer genau festgelegt werden.

2. Flexible Arbeitszeiten

Die Mitarbeiter haben die Freiheit, ihre Arbeitszeit selbst zu bestimmen. Das heißt, sie können entscheiden, wann sie anfangen zu arbeiten, wann sie Pausen machen und wann sie den Arbeitstag beenden, solange sie ihre Aufgaben erfüllen. Gesetzliche Vorschriften bezüglich Ruhepausen und -zeiten sind dennoch einzuhalten.

3. Eigenverantwortung

Mitarbeiter müssen ihre Zeit und ihre Aufgaben selbst organisieren. Sie müssen selbst dafür Sorge tragen, dass sie die vereinbarten Aufgaben und Ziele erreichen.

4. Vertrauen

Der Arbeitgeber muss seinen Beschäftigten vertrauen, dass sie ihre Arbeit selbstständig und effektiv erledigen. Es gibt in der Regel keine strikte Überwachung der Arbeitszeiten oder der Präsenz im Büro.

5. Kommunikation und Transparenz

Es ist wichtig, dass sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer offen und transparent kommunizieren. Probleme, Herausforderungen und Fortschritte sollten regelmäßig besprochen werden, um sicherzustellen, dass die Aufgaben und Ziele erreicht werden.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Vertrauensarbeitszeit nicht in allen Branchen und Tätigkeitsbereichen anwendbar ist. Sie erfordert zudem ein hohes Maß an Selbstmanagement und Disziplin seitens der Mitarbeiter und ein hohes Maß an Vertrauen und Flexibilität seitens des Arbeitgebers.

Vor- und Nachteile von Vertrauensarbeitszeit

Vertrauensarbeitszeit erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Auf den ersten Blick überwiegen die Vorteile sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.

Die Beschäftigten sind motivierter und arbeiten teilweise deutlich effizienter, als es bei klassischen Arbeitszeitmodellen der Fall ist. Gleichzeitig lässt sich die Arbeit besser mit dem Privatleben vereinbaren und bietet so die Chance, eine bessere Work-Life-Balance zu schaffen.

Gleichzeitig droht eine Überarbeitung, da sich die eigene Arbeitszeit nicht immer dokumentieren und nachvollziehen lässt. Auch fällt es vielen Beschäftigten schwer, Arbeit und Freizeit voneinander zu trennen, wenn es keine festen Arbeitszeiten mehr gibt. Insgesamt ergeben sich für Arbeitnehmer und -geber die folgenden Vor- und Nachteile bei der Einführung von Vertrauensarbeitszeit:

Vor- und Nachteile aus Sicht des Arbeitnehmers

Arbeitnehmer profitieren von flexibleren Arbeitszeiten und einer besseren Work-Life-Balance. Gleichzeitig laufen sie jedoch auch Gefahr, mehr zu arbeiten, als sie eigentlich müssten.

Vorteile:

  • Flexible Arbeitszeiten
  • Weniger Kontrolle durch den Arbeitgeber
  • Bessere Work-Life-Balance
  • Eigenverantwortliches Arbeiten
  • Vertrauen fördert die Arbeitsmotivation

Nachteile:

  • Gefahr der Überarbeitung
  • Erfassung der tatsächlichen Arbeitszeit
  • Arbeit und Freizeit lassen sich u.U. schwerer voneinander trennen

Vor- und Nachteile aus Sicht des Arbeitgebers

Arbeitgeber können mit dem Angebot von Vertrauensarbeitszeit nicht nur ihr Image aufpolieren, sondern profitieren auch von motivierten Arbeitnehmern. Es besteht jedoch auch die Gefahr, dass ihr Vertrauen ausgenutzt wird.

Vorteile:

  • Höhere Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung
  • Gesteigerte Produktivität der Mitarbeiter
  • Kostenersparnis durch geringere Präsenz im Büro
  • Gesteigerte Attraktivität bei Bewerbern
  • Geringere Ausfälle und Fehlzeiten

Nachteile:

  • Weniger Kontrolle
  • Risiko der Überarbeitung der Mitarbeiter
  • Kommunikationsprobleme
  • Schlechtere Planbarkeit von Ressourcen
  • Risiko des Missbrauchs durch Arbeitnehmer

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Das sollten Arbeitnehmer bei Vertrauensarbeitszeit beachten

Führt der Arbeitgeber Vertrauensarbeitszeit ein, ist die Freude auf Seiten der Beschäftigten meist groß. Schließlich bedeutet die Neuerung mehr Flexibilität für das eigene Berufs- und Privatleben. Damit die Freude nicht in ins Negative umschlägt, sollten Arbeitnehmer jedoch einige Punkte beachten.

1. Klare Vereinbarungen

Im Rahmen der Vertrauensarbeitszeit sollte zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber klar geregelt sein, welche Erwartungen an Sie gerichtet werden und welche Ziele zu erfüllen sind. Auch sollten Sie festlegen, ob und wenn ja, wie das Erreichen Ihrer Ziele überprüft wird und in welchen Intervallen Gespräche über Ihre Leistungen zu führen sind. Darüber hinaus ist es ratsam, von Beginn an das Thema Überstunden anzusprechen. Es sollte klar geregelt sein, wie diese zu erfassen sind und wie sie abgegolten werden können.

2. Arbeitszeit erfassen

Damit Sie selbst den Überblick behalten, sollten Sie Ihre Arbeitszeit schriftlich erfassen. Dies soll in erster Linie nicht als Nachweis für Ihren Arbeitgeber, sondern nur für Sie selbst dienen – alles andere würde dem Kerngedanken der Vertrauensarbeitszeit widersprechen. Dennoch ist es wichtig, einen Überblick über die eigene Arbeitszeit zu behalten. Auf diese Weise erkennen Sie frühzeitig, wenn Sie mehr arbeiten, als vertraglich vereinbart wurde und können so das Gespräch mit Ihrem Arbeitgeber suchen. Es ist nicht im Sinne des Modells, wenn Sie plötzlich deutlich mehr arbeiten, als sie es eigentlich tun sollten.

3. Ziele und Fortschritte dokumentieren

Genauso wie man schnell den Überblick über die eigene Arbeitszeit verliert, verhält es sich auch mit dem Arbeitsfortschritt. Viele Beschäftigte haben das Gefühl, zu wenig zu tun und neigen daher dazu, mehr zu arbeiten, als ihr Arbeitgeber tatsächlich von ihnen erwartet. Wenn Sie Ihre Arbeitsfortschritte dokumentieren, können Sie stets nachvollziehen, was Sie bereits geleistet haben. Dies hilft Ihnen dabei, die Balance zu halten.

4. Pausenzeiten einhalten

Flexible Arbeitszeiten führen paradoxerweise häufig dazu, dass die Beschäftigten weniger Pausen machen. Sie sollten daher nach Möglichkeit feste Pausenzeiten einführen, die sich mit Ihrem Arbeitsalltag vereinbaren lassen. Die gesetzliche Regelung für Ruhepausen gilt auch bei flexiblen Arbeitszeitmodellen.

5. Grenzen ziehen

Feierabend heißt Feierabend! Wenn Sie Ihren Soll erfüllt haben, müssen Sie auch ein Ende finden. Setzen Sie sich klare Ziele für jeden Arbeitstag und beenden Sie ihn konsequent, wenn Sie Ihr Tagesziel erfüllt haben. Gerade bei flexiblen Zeitmodellen werden Sie immer wieder feststellen, dass es Tage gibt, an denen Sie mehr arbeiten und solche, an denen Sie Ihre Ziele schneller erreichen. Damit sich die Waage zwischen arbeitsintensiven und überschaubaren Arbeitstag hält, ist es wichtig, klare Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit zu ziehen.

Zeiterfassung bei Vertrauensarbeitszeit

Arbeitszeiterfassung und Vertrauensarbeitszeit lassen sich nur schwer miteinander vereinbaren. Schließlich ist ein Kernelement der Vertrauensarbeitszeit, dass es keine festen Arbeitszeiten für die Angestellten gibt.

Jedoch besagt ein EuGH-Urteil aus dem Jahr 2019, dass die Mitgliedsstaaten die Arbeitgeber dazu verpflichten müssen, ein „objektives, verlässliches und zugängliches System“ einzuführen, mithilfe dessen sich die tatsächliche Arbeitszeit jedes Beschäftigten nachvollziehen lässt.

Diese Arbeitszeiterfassungs-Pflicht hat das Bundesarbeitsgericht am 13. September 2022 (1 ABR 22/21) grundsätzlich bestätigt. Jedoch ist zu beachten, dass dies eine vertraglich vereinbarte Vertrauensarbeitszeit nicht kategorisch ausschließt. Schließlich muss der Arbeitgeber lediglich ein System zur Verfügung stellen, mit welchem sich die Arbeitszeit aller Beschäftigten erfassen lässt.

Wie diese Dokumentationspflicht letztendlich umzusetzen ist, muss noch entschieden werden. Die Hinterlegung der individuell vereinbarte Vertrauensarbeitszeit in einem System zur Arbeitszeiterfassung sollte aus technischen Sicht jedoch durchaus umsetzbar sein.

Überstunden auch bei Vertrauensarbeitszeit möglich

Trotz einer freien Zeiteinteilung können auch bei Vertrauensarbeitszeit Überstunden anfallen. Arbeitnehmer sind dazu angehalten, die Überstunden genau zu protokollieren – vor allem dann, wenn es seitens des Arbeitgebers (noch) keine Möglichkeit zur genauen Zeiterfassung gibt.

Es sollte darüber hinaus mit dem Arbeitgeber besprochen werden, wie mit Überstunden umzugehen ist. Gerade bei Vertrauensarbeitszeit ist es wichtig, frühzeitig zu klären, wie im Falle eines besonders hohen Arbeitsaufkommens zu verfahren ist.

In vielen Fällen wird es möglich sein, die Überstunden innerhalb weniger Wochen oder Monate abzubummeln. Sollte das nicht möglich sein, muss eine andere Lösung gefunden werden. Entweder, indem die Überstunden ausbezahlt werden, oder indem ein fest vereinbarter Freizeitausgleich stattfindet.

Wie viele Stunden dürfen Arbeitnehmer bei Vertrauensarbeitszeit arbeiten?

Die Regelungen des Arbeitszeitgesetzes sind auch bei Vertrauensarbeitszeit einzuhalten. Demnach dürfen Arbeitnehmer nicht mehr als acht Stunden pro Werktag arbeiten. In Ausnahmefällen kann die tägliche Arbeitszeit auf bis zu zehn Stunden ausgeweitet werden.

Dies ist jedoch nur möglich, wenn die tägliche Arbeitszeit innerhalb von sechs Monaten im Durchschnitt bei maximal acht Stunden pro Werktag liegt. Die Ruhezeitenregelung ist ebenfalls einzuhalten. Diese besagt, dass zwischen zwei Arbeitstagen eine Ruhezeit von mindestens 11 Stunden liegen muss.